Lehrerinnen und Lehrer gehen auf Kuh-Fühlung

Wie funktioniert Landwirtschaft heute? Sieht ein Bauernhof heute so aus, wie wir ihn aus Kinderbüchern kennen? Mit diesen Fragen machten sich am 20 Lehrerinnen und Lehrer aus dem hauswirtschaftlichen Bereich des Berufskollegs auf den Weg zum landwirtschaftlichen Betrieb Flömer-Peitzmeier in Espelkamp-Gestringen.

Ernst Flömer und seine Frau Annegret stellten den Lehrern zunächst den Betrieb und seine Geschichte vor. Dabei wurde deutlich, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder investiert wurde, um den Fortbestand des Betriebes zu sichern. Pflicht für alle Besucher: Überzieher für die Schuhe, um eine Keimübertragung zu vermeiden. Miriam und Cord Peitzmeier haben in einen neuen Kuhstall investiert und melken nun 240 Kühe mit vier Melkrobotern. „Dies war ein großer Schritt“, erklärte Cord Peitzmeier: „Aber durch den neuen Stall haben unsere Kühe viel Bewegungsfreiheit und optimalen Kuh-Komfort.“

 


Eine ausgewogene Fütterung ist maßgebend für das Wohlergehen der Kühe. Das Futter für die Kühe wird zu 95% auf den eigenen Flächen produziert. Faszination Melkroboter: Miriam Peitzmeier erklärt hier die Funktionsweise eines Melkroboters. Von der Technik waren alle begeistert und es wurden viele Fragen zur Datenabfrage, Arbeitsersparnis und den Weg der Milch gestellt.

Nach der Betriebsbesichtigung wurden bei einem gemütlichen Kaffetrinken noch kritische Fragen gestellt, denen sich die Unternehmer gerne stellten.

Was unternehmen Landwirte, um die Nitratbelastung zu vermindern?
Was ist Massentierhaltung?
Wie viel Freizeit hat ein Landwirt?
Wie viel Cent bekommt der Landwirt für einen Liter Milch?
Wie gehen Landwirte mit der ständigen Kritik an ihrem Berufsstand um?
Warum stellen nicht mehr Landwirte auf „Bio“ um?

Am Ende freuten sich alle über einen gelungenen Nachmittag. Die Besichtigung regte die Lehrerinnen und Lehrer zum Nachdenken, vielleicht auch zum Umdenken an. Allen wurde deutlich, dass die Landwirtschaft, wie sie noch vor 30 Jahren praktiziert wurde, nicht mehr zukunftsfähig ist. Die Technisierung hat Einzug gehalten und ist unverzichtbar geworden. UInd der Landwirt kann nur wirtschaftlich arbeiten, wenn er verantwortungsvoll mit seinen Tieren und der Umwelt umgeht.

 

Drucken