Schüler*innen des Wirtschaftsgymnasiums diskutieren mit dem Autor Leonard. F. Seidl über Fremdenfeindlichkeit

Ein bosnischer Waffensammler läuft Amok, ein »Reichsbürger« sinnt auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten – ein Kriminalroman nach einem wahren Fall. Die kurdische Ärztin Roja Özen ist vorbildlich integriert in der oberbayerischen Kleinstadt Auffing. Doch dann erschießt der Bosnier Ayyub Zlatar, als Kind aus Srebrenica geflohen, auf der Wache drei Polizisten – und verschont die anwesende Roja. Alles sieht nach einem Anschlag des IS aus. Roja wird als Komplizin verdächtigt, verliert Patienten, Mann und Freunde.

Markus Keilhofer, aufgewachsen bei seinen Großeltern, fanatischen »Reichsbürgern«, will Muslime für das Blutbad büßen lassen. Als er bewaffnet in eine Moschee stürmt, stellt Roja sich ihm in den Weg…
Am 16.11.2017 hat der Autor Leonhard Florian Seidl seinen Roman Fronten im Berufskolleg Lübbecke vorgestellt. Dabei hat er die interessantesten Ausschnitte des Romans sehr packend vorgelesen und diese durch zusätzliche Informationen ergänzt.

Geschickt verknüpft Seidl die Lebenswege der drei Protagonisten miteinander, die in einem packenden Finale aufeinandertreffen. Fronten ist ein hochaktueller Kriminalroman über Rassismus und Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst und über den Mut, sich dem entgegenzustellen. Über diese Themen haben die Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums im Anschluss an die Lesung mit dem sympathischen Autor angeregt und auch kontrovers diskutiert.

Der Roman Fronten ist inspiriert von einem wahren Fall aus dem Jahr 1988. Im oberbayerischen Dorfen erschoss ein psychisch kranker Mann aus Jugoslawien drei Polizisten, was eine Welle fremdenfeindlicher Reaktionen auslöste. Bis heute hält das Landratsamt Erding Schriftstücke über den Fall unter Verschluss.

Leonhard F. Seidl, geboren 1976 in München, ist Schriftsteller und Sozialarbeiter. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, u.a. für seine Arbeit »Beschriebene Blätter – kreatives Schreiben mit straffälligen Jugendlichen«, wofür er freiwillig ein halbes Jahr „im Knast saß“. Auch für den Kriminalroman Fronten bekam Seidl mehrere Auszeichnungen.
Aleksander Müller, Vincent Pelikan (WG19B)

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