Selbstständig Essen und Trinken

Auch im Alter und mit Handicap!

Die Mangelernährung im Alter und die Einnahme von Speisen im Seniorenheim oder Krankenhaus verbessern: Mit dieser Zielsetzung befassten sich Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Lübbecke im Fach Pflegerische Praxis im Rahmen eines Unterrichtsprojektes.

Was hat die Farbe ROT mit Essen und Trinken zu tun? Welche Rolle spielen Form und Farbe des Geschirrs für das Essverhalten? 

Diese und andere Fragen wurden bei einem Vortrag der Firma Ornamin aus Minden diskutiert. Zusammen mit der Referentin, Frau Oltmanns, erörterten die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule für Gesundheit zunächst die physische und psychische Bedeutung der Nahrungsaufnahme. 

Nachdenklich machte die Angabe, dass in Deutschland ca. 1,6 Millionen der über 60-jährigen Menschen unter chronischer Mangelernährung leiden. Davon leben 1,3 Millionen Menschen zu Hause und müssen sich selbst versorgen. Dadurch wird deutlich, dass Hilfen und Erleichterungen bei der Essensaufnahme zwingend notwendig sind. Der Einsatz von Geschirr mit „eingebauten Tricks“ unterstützt und fördert das selbständige Essen. Diese Selbständigkeit führt zu größerer, regelmäßigerer Nahrungsaufnahme, zu mehr Selbstvertrauen und einem verbesserten Gesundheitszustand. 

 

Durch die ergonomische Gestaltung und die gezielte Auswahl bestimmter Farben kann die Einnahme von Mahlzeiten auch bei vorhandenem Handicap selbständig und sicher gelingen. „Die Farbe Rot ist die Farbe, die im Alter und bei Demenz noch am längsten wahrgenommen wird“, so Frau Oltmanns. Sie demonstrierte anschaulich und in großer Vielzahl, wie unterschiedliche Farben mit unterschiedlichen Sehbeeinträchtigungen (simuliert durch präparierte Brillen) wahrgenommen wurden. Spezielle Farbkontraste, Teller mit schiefen Ebenen, Antirutsch-Materialien oder besondere Trinkbecher bringen eine sichere, einfache Handhabung mit sich und nicht zuletzt auch damit verbunden mehr Lebensfreude und Spaß am Essen. 

Besonders deutlich wurde den Schülerinnen und Schülern diese funktionale Gestaltung durch viele Selbstversuche, Geschmacksproben und Tests. So waren auch Merle Wallrafen und Lidia Stojkov begeistert: „Jetzt ist ja auch das Essen mit nur einer Hand ganz einfach!“. 

„Das Geschirr kann ich mir gut in Krankenhäusern, Kitas oder Seniorenheimen vorstellen“, so Nelly Pankratz. Nina Sada ergänzt: „Ich finde dieses farbige Design so cool! Ich hätte das Geschirr gerne für mich zu Hause!“ 

Auch Fragen zur Firmenstruktur und zu Ausbildungsmöglichkeiten wurden gestellt. „Kann ich mich bei der Firma Ornamin für ein duales Studium bewerben?“, erkundigte sich gezielt Maik Spilker. „In dieser Hinsicht gibt es gute Chancen, besonders mit Ihrem Abschluss hier am Berufskolleg!“, war die deutliche Antwort von Frau Oltmanns. Daraufhin wurden Adressen und Informationsquellen ausgetauscht, die für einige der Schüler und Schülerinnen nach Beendigung der Höheren Berufsfachschule für Gesundheit sehr interessant sein werden. 

„Diese Fortbildung war toll! Jetzt kann ich das Anreichen von Speisen in meinem Praktikum mit ganz anderen Augen sehen!“, so Lea Wasner und Lena Esau zum Ende der Fortbildung.

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