Digitale Schule im Focus – Lernen 2020

Das Berufskolleg Lübbecke setzt verstärkt auf Medienkompetenz

Ein absolutes Zukunftsthema moderner Schule ist der digitale Wandel in unserer Gesellschaft. Mittlerweile sind alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens von der Digitalisierung erfasst.  Die Unternehmen sind konfrontiert mit neuen digitalen und innovativen Technologien, wie z.B. Social Media, Big Data, Clouds, Smart Devices und Internet-of-Things. Die Schulen stehen vor großen Herausforderungen, da die jungen Menschen heute medienkompetenter ausgebildet werden sollen, um sie auf Veränderungen der digitalen Gesellschaft vorzubereiten. Am Berufskolleg Lübbecke sind uns diese Themen vertraut, da wir schon seit vielen Jahren für alle Unternehmen des Kreises Minden-Lübbecke Partner der dualen Berufsausbildung für die fünf IT-Berufe sind. Mit unserem Projekt „Lernen 2020“ gehen wir im Rahmen unserer pädagogischen Schulentwicklung den nächsten Schritt und bieten allen unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den Unterricht medialer zu gestalten und setzen den Focus auf die Erweiterung ihrer Medienkompetenz.

In den letzten Jahren haben wir gezielt in unsere IT-Infrastruktur investiert und konnten jeden Klassenraum mindestens mit internetfähigem PC, Beamer und Visualizer ausstatten. Auch drei Selbstlernzentren mit moderner Medienausstattung stehen den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Zudem bieten für den Unterricht eine Vielzahl voll ausgestatteter IT-Räume. Der WLAN-Zugang auf dem Schulgelände steht allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung und ab 2019 sind alle Klassen mit Smartboards ausgestattet.

Ab dem Schuljahr 2018/19 erhalten alle unsere Schülerinnen und Schüler einen kostenlosen MS-Office 365 Zugang. Mit dem Online-Dienst von Microsoft stehen Anwendungen wie z.B. Word, Excel und Outlook und leistungsfähige Clouddienste wie OneDrive und OneNote zur Verfügung, so dass jeder kreativ im Team arbeiten kann – von praktisch jedem Ort der Welt und mit fast jedem beliebigen Endgerät.

Neu ist auch die Möglichkeit, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen digitalen Endgeräte mit in den Unterricht bringen können. Hinter dem Kürzel „BYOD“ – „Bring your own device“ – verbirgt sich der Ansatz, dass sich die Schülerinnen und Schüler vollkommen eigenverantwortlich um ihre digitalen Endgeräte (z.B. Notebook) kümmern. Nach dem BYOD-Konzept erhalten sie von uns die technischen Mindestanforderungen (siehe unten) für ein derartiges Endgerät und schon kann damit im Unterricht gelernt werden.

Kommen wir nun zu unserem Projekt Lernen 2020: Die oben beschriebene technische Ausstattung ist wichtig und gut, aber den Schwerpunkt unserer Bemühungen richten wir auf die medienkompetente Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler. Aber was heißt das eigentlich? Es sollen technischen Fähigkeiten erworben werden, kritisches Hinterfragen von digitalen Inhalten ist von Bedeutung, ein kompetenter Umgang mit der Flut von Informationen wird gefordert, die Kreativität beim Umgang mit und dem Schaffen von Inhalten soll gefördert werden, die Fähigkeit Informationen zu bewerten und zu nutzen, Unbedeutendes aussortieren und das Erstellen eigener Inhalte sind Schwerpunkte dieses Ansatzes.

Konkret bedeutet das für uns, dass in unserem Unterricht digitale Inhalte immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Wir wollen das selbstständige Lernen unserer Schülerinnen und Schüler weiter vorantreiben und jedem Einzelnen individuelle Lernwege ermöglichen. Wie geht das? Wir möchten es Ihnen an vier Beispielen aufzeigen:

Beispiel 1:

Es gibt schon heute Programme, mit denen Schülerinnen und Schüler nach Vorgabe ihrer Lehrerinnen und Lehrer individuell anhand von Texten und Aufgaben, die sich an ihren Interessen orientieren, Grammatik einüben können. Grammatikübungen können so sogar aus dem Präsenzunterricht ausgelagert werden. Die Beliebtheit derartiger Programme steigt rasant und sie werden in höchst individualisierter Ausprägung je nach Wissensstand der Schülerinnen und Schüler eingesetzt.

Beispiel 2:

Am Berufskolleg Lübbecke werden die IT-Berufe der dualen Ausbildung unterrichtet. Seit vielen Jahren werden hier digitale Unterlagen genutzt, die ein weltweit führender IT-Anbieter (Cisco) zur Verfügung stellt. Die Schülerinnen und Schüler können zu jeder Zeit mit den Online-Unterlagen arbeiten, jeder in seinem Tempo. Den Fahrplan spricht der/die Lehrer/-in mit der Lerngruppe ab und nach jedem Kapitel können die Schülerinnen und Schüler ihr erworbenes Wissen in einem Quiz eigenständig überprüfen. In einem sich anschließenden Online-Test werden die Ergebnisse sofort visualisiert, die Probleme aufgedeckt und besprochen.

Beispiel 3:

In unserem Projekt Lernen 2020 gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Video beschäftigt. Videos erstellen oder vorhandene Videos nutzen. Videos halten immer mehr Einzug in den Schulalltag, da mittlerweile fast zu jedem Thema auch Lern-Videos online existieren. Die Qualität vieler dieser Videos ist allerdings oft nicht ausreichend. Wir erfahren, dass die Schulbuchverlage in dieser Richtung vermehrt investieren und können uns auch vorstellen, dass Lehrer für Schüler, aber auch Schüler für Schüler, Lern-Videos erstellen, die im Unterricht themenbezogen eingesetzt werden.

Beispiel 4:

Am Berufskolleg Lübbecke setzen wir auf zwei digitale Lernplattformen, die unsere Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern für den Unterricht nutzen können - die bereits angesprochene neue Plattform von Microsoft Office 365 und die Lernplattform Moodle, die bei uns schon seit vielen Jahren im Einsatz ist. Mit Hilfe solcher Lernplattformen kann den Schülerinnen und Schülern aktuelles Unterrichtsmaterial digital zur Verfügung gestellt werden. Selbst mit dem Smartphone ist es dann möglich, diese Inhalte abzurufen – in der Schule, zu Hause oder im Betrieb. Neben den Unterrichtsmaterialen können auch Aufgaben digital vergeben werden. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten die Aufgaben selbstorganisiert und in dem Tempo, welches ihren individuellen Fähigkeiten entspricht. Sie können die erarbeiteten Lösungen hochladen und erhalten ein Feedback der Lehrkraft.

Wir, die Lehrerinnen und Lehrer am Berufskolleg Lübbecke, stellen uns dem digitalen Wandel. Chancen und Risiken sind dabei immer abzuwägen und das Hinterfragen von Inhalten obligatorisch. Unsere Schülerinnen und Schüler entlassen wir in eine Welt, die in immer kürzeren Zyklen neue Produkte und Innovationen hervorbringt und den Umgang mit digitalen Techniken und Inhalten erfordert.


BYOD – unsere Mindestanforderungen an ein digitales Endgerät (Mai 2018):

Endgerät mit Tastatur
WLAN (IEEE 802.11)
Prozessor: min. Intel Core i3 oder vergleichbar
Display: ab 12 Zoll, Auflösung 1920x1080 Pixel (Full HD), mattes Display
Arbeitsspeicher: min. 4 GB
Festplatte: min. 128 GB
Akkulaufzeit: >= 6 Stunden

Kontakt:

Berufskolleg Lübbecke
Dirk Kämper
Bildungsgangkoordinator IT-Berufe
dirk.kaemper@berufskolleg-lk.de

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