Angehende Zimmerleute errichten Pavillon

Im Rahmen des Lernfeldes „Schiften am gleich geneigten Walmdach“ haben die Azubis des dritten Lehrjahres des Zimmererhandwerks einen über 100m² großen Pavillon auf dem Außengelände des Berufskollegs Lübbecke unter der Leitung der Lehrkräfte Albrecht Schmeling und Steffen Skrodzki errichtet. Die angehenden Zimmerleute haben die Walmdachkonstruktion im Unterricht geplant und berechnet, Zeichnungen und Materiallisten erstellt, um anschließend alle benötigten Hölzer anzuzeichnen, auszuarbeiten und die Dachkonstruktion aufzustellen.

„Mir gefällt das Projekt Pavillon, da man mal für alles verantwortlich ist und lernt, sich mit wirklich allen Details so einer Konstruktion zu befassen. Zudem muss man schauen, wie man Lösungen für Probleme findet“, so der Auszubildende Rik.

Seine Mitschülerin Jule fand es gut, „dass wir das komplette Dach zuerst berechnet und anschließend selbst angerissen und ausgearbeitet haben. Durch die größtenteils selbstständige Arbeit gab es auch kleine Fehler, die jedoch gemeinsam behoben wurden. Das hat mir aber eher einen besseren Einblick bzw. Verständnis verschafft.“

Der Auszubildende Colin ergänzt: „Mir persönlich hat dieses Projekt viel Erfahrung eingebracht, die ich im späteren Berufsleben mit Sicherheit verwenden kann. Ich bin durch das Projekt in meiner Arbeit selbstbewusster geworden, da ich in einigen Bereichen Verantwortung übernehmen und verschiedene Arbeitsschritte koordinieren durfte. Es ist sehr gut für das Verständnis, da die Theorie aus dem Unterricht in die Praxis umgesetzt wird und so der Bezug hinsichtlich einiger Berechnungen deutlicher wird.“

 

Der Pavillon bietet zukünftig der Schülerschaft und Mitarbeitenden die Möglichkeit, auch bei schlechtem Wetter im Freien unter dem Dach zu klönen oder z. B. Kaffee zu trinken .

IT-System-Elektroniker*innen verwandeln Unterrichtsraum zum Maker-Labor

Einfach war das letzte Schuljahr für alle Beteiligten nicht, trotzdem stand auf dem Unterrichtsplan „Einführung in die Mikrocontrollertechnik am Beispiel des Arduinos“.

Begonnen in der Homeschooling-Phase fand über Microsoft Teams eine Arduino-„Ferneinführung“ statt.  Hierbei standen die Grundlagen LED-Schaltungen, Temperaturmessungen und arduinogestützte Entfernungsmessungen im Vordergrund. Mit dem Wiedereinstieg in die Präsenzphase konnte endlich mit dem geplanten Projekt, einem selbstfahrenden Robotcar, begonnen werden.

 

Aufgeteilt in drei Gruppen begann die Arbeit. Auf einer schwarz markierten Linie sollte der Robotcar seinen Weg finden. Das Ergebnis: Obwohl alle drei Gruppen unterschiedliche Lösungen präsentierten, fuhren alle Fahrzeuge auf der schwarz markierten Linie entlang ohne abzuweichen. Ein toller Erfolg!

Einige Impressionen lassen erahnen, dass es allen Beteiligten, einschließlich des Fachlehrers Klaus-Dieter Nienstedt, sehr gut gefallen hat.

Kunst und kreatives Arbeiten fördern Selbstbildungsprozesse bei Grundschulkindern

In der Offenen Ganztagsschule (OGS) Bad Holzhausen werden die Kinder zu „Sachsuchern“ und finden einen ganz eigenen Weg zu Nachhaltigkeit und Partizipation. Die OGS Bad Holzhausen in Trägerschaft der „Parität für Kinder“, Lübbecke, nahm von Januar bis März 2021 einen Praktikanten des Berufskollegs Lübbecke auf, der an der dortigen Fachschule für Sozialpädagogik am Schulort Espelkamp eine Ausbildung zum Erzieher absolviert.

Toren Keller ist einer von fünf Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik, der als angehender Erzieher die Chance wahrgenommen hat, am Modellversuch „Kulturelle Vielfalt – Vielfalt der Kulturen“ teilzunehmen. Er erwarb in diesem Kontext eine Zusatzqualifikation für „Staatlich anerkannte Erzieher/-innen“.

Toren arbeitete im Rahmen dieses Projektes mit der Künstlerin Anna Degenkolb zusammen, die viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern hat. Sie weiß, wie es geht, „Kinder in spielerisch entdeckende Handlungen zu verwickeln“ und ist davon überzeugt, dass der kindliche Geist Raum und Zeit braucht, um sich zu entfalten.

Als angehender Erzieher weiß Toren, dass Kinder am besten lernen, wenn Neugier und Forschergeist geweckt werden und sie mitbestimmen dürfen. Genau hier dockte das Projekt an und fand deshalb auch große Zustimmung bei der Leiterin der OGS, Claudia Klinksiek und ihren Mitarbeiterinnen, denn „Kinder lernen am besten, wenn sie Dinge selbst erkunden und ausprobieren. Sie konnten hier Erfahrungen machen, die für alle Bereiche ihrer Entwicklung wichtig sind“, ist sie überzeugt. Die Einrichtung stellte einen Raum zur Verfügung, der als Projektraum genutzt werden konnte und den Kindern die Möglichkeit bot, auf einer „Kreativbaustelle“ ihren künstlerischen Impulsen jederzeit folgen zu können. Alles, was entstanden ist, ist mit den Kindern gemeinsam entstanden. Nichts war aufgesetzt, die Wege konnten beim Gehen entstehen. „Das Projekt hat sich aus den vorgefundenen Materialien und den Ideen der Kinder, der Künstlerin und Toren entwickelt“, berichtet Frau Klinksiek. „Besonders gut gefallen hat uns, dass die Kinder an dem Projekt arbeiten konnten, wann sie es wollten und eine Motivation dazu hatten.“

Toren ist seit Ausbildungsbeginn mit dem Begriff Kulturelle Bildung sowie seiner Bedeutung für Kinder und Jugendliche vertraut. Externe Künstler*innen ermöglichen den Studierenden bereits in der Unterstufe die Teilnahme an Projekten, sodass sich die Studierenden persönlich weiterentwickeln und an ihrer Haltung im zukünftigen Beruf arbeiten können. Über die persönliche Auseinandersetzung hinaus, beschäftigen sich die Studierenden mit den fachlich-gesellschaftlichen Aspekten von Bildung. Susanne Walter, Fachbereichsleiterin für die Erzieher/-innenausbildung am Berufskolleg Lübbecke/Schulort Espelkamp, ist der Überzeugung, dass „kulturelle Bildung ein wichtiger Bestandteil der Erzieher/-innenausbildung sein muss, damit nachhaltig ein wichtiger Beitrag zur Bildung aller Kinder und Jugendlichen – unabhängig von Herkunft und finanzieller Situation – geleistet werden kann.“ Aus diesem Grund arbeiten die Lehrkräfte der Fachschule für Sozialpädagogik in Espelkamp kontinuierlich daran, das Profil Kulturelle Bildung stetig zu schärfen und weiterzuentwickeln. Eine wesentliche Grundlage der Ausbildung ist die enge Verzahnung der Lernorte Schule und Praxis. „Dass uns dies unter Coronabedingungen mit diesem Projekt so gut gelungen ist, freut uns sehr“, sagt Susanne Walter. Hier wird deutlich, was alles möglich ist, wenn alle Beteiligten – hier: Studierende, Künstler*innen und Kollegium - motiviert und engagiert gemeinsam voran gehen.

Feierliche Verabschiedung der Vollzeitklassen am Berufskolleg Lübbecke

Über 400 Schülerinnen und Schüler aus 25 Vollzeitklassen erhielten am Berufskolleg Lübbecke ihren Schulabschluss. Auch in diesem Jahr konnte die Zeugnisvergabe aufgrund der Corona-Pandemie nicht in der Stadthalle Lübbecke stattfinden. Stattdessen luden die Klassenleitungen jeweils zu einer individuellen Feierstunde ein.

Sie erinnerten an die teils schwierige Zeit, die von Maskenpflicht, Schulschließungen, Distanzlernen, Videokonferenzen, Corona-Testpflicht und Prüfungsquarantäne geprägt war. Klassenlehrer Jurij Hegel unterstrich, dass die Schülerinnen und Schüler diese Zeit toll gemeistert und Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernommen haben, indem sie sich beispielsweise im Videochat zum Lernen verabredeten. Sie haben Leistungsbereitschaft, Ausdauer und Durchhaltevermögen gezeigt.

Dies bestätigte auch Schulleiter Stefan Becker: „Die Schülerinnen und Schüler haben in der Pandemiezeit zuverlässig im Distanzlernen mitgearbeitet und sich gut auf die Abschlussprüfungen vorbereitet. Die Prüfungsergebnisse zeigen, dass sich glücklicherweise die verschiedenen Unterrichtsformen nicht negativ auf die Abschlüsse ausgewirkt haben. Aber für die Zukunft gilt, Lernen braucht soziale Kontakte im Klassenverbund.“

Die Schulzeit am Berufskolleg Lübbecke war jedoch nicht nur durch das Lernen unter Corona-Bedingungen geprägt. Ein echtes Highlight war die Stufenfahrt der Höheren Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung, bei der die Schülerinnen und Schüler an außerschulischen Lernorten, wie Amsterdam, Krakau oder Sedrun/Schweiz, die Möglichkeit hatten, nicht nur ihre sozialen Kontakte innerhalb der Stufe zu festigen, sondern auch Ski- und Snowboardfahren zu lernen oder sich mit europäischer Geschichte auseinanderzusetzen.

Das Berufskolleg Lübbecke gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen zum bestandenen Schulabschluss und wünscht ihnen alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!

Folgende Schülerinnen und Schüler aus den Bereichen Ernährung und Versorgung, Gesundheit und Soziales sowie dem gewerblich-technischen und dem kaufmännisch-verwaltenden Bereich wurden mit einer Buchprämie für besondere Leistungen ausgezeichnet:

           

Elena Evert, Rahden (AVE21), Leonie Fabienne Frey, Hüllhorst (AVEP21), Andone-Gabriel Lungeanu, Espelkamp (AVT21), Dareen Dawood Qasim, Lübbecke (AVTS21), Amy Finke, Lübbecke (FOS21B), Simon Kollmeier, Bad Oeynhausen (FOT21), Dominik Bartsch, Rahden (FMT21), Eduard Funk, Espelkamp (BF1T21), David Kulikov, Rahden (BF2H21), Yavuzer Gülter, Espelkamp (BF2M21A), Timo Schlottmann, Rahden (BF2M21B), Maria Fröse, Espelkamp (BFE21), Lynn Thea Kolbe, Hüllhorst (BFG21), Celine Danzer, Lübbecke (BFK21), Steffen Klasing, Rahden (HBG21A), Paula Griese, Espelkamp (HBG21B), Anja Lippert, Steinhagen (FEH22), Furad Allahib, Lübbecke, Jurgen Godaj, Hüllhorst und Pauline Grebasch, Espelkamp (BFW21B), Marco Pankraz, Hüllhorst (HH21A), Esther Boldt, Hüllhorst und Duc Huu Vu, Rahden (HH21B), Tim Krüger, Rahden (HH21C), Maren Schütte, Rahden (HH21D).