Stadtwerke und Berufskolleg starten Gemeinschaftsprojekt

Unter dem Motto „Theorie trifft Praxis“ haben das Berufskolleg Lübbecke und die Netzgesellschaft Lübbecke einen ersten gemeinsamen Projekttag zum Thema LoRa-WAN erfolgreich durchgeführt. Im Rahmen einer langfristig angedachten Kooperation finden für die IT-Auszubildenden des Kreises Minden-Lübbecke praxis- und handlungsorientierte Projekttage statt, in denen viel Kreativität und Lösungskompetenz gefordert sind.

Die Netzgesellschaft Lübbecke betreibt bereits seit 2020 ein eigenes LoRa-WAN, welches mittlerweile den gesamten Altkreis abdeckt. Der größte Vorteil dieses Netzes ist, dass batteriebetriebene Sensoren, wie z.B. ein Regensensor, sehr energieeffizient zwischen 5 und 10 Jahren betrieben werden können. Außerdem bietet das Netz eine sehr hohe Durchdringung, wodurch der Empfang auch bis in Kellerräume gewährleistet wird. Das LoRa-WAN wird in Lübbecke gegenwärtig benutzt, um die Bodenfeuchte der Altbaumbestände am Schützenplatz zu messen, den CO2-Gehalt in Klassen- und Büroräumen zu überwachen oder auch um den Verlauf des Grundwasserstandes in Lübbecke aufzuzeichnen.

Sebastian Hommel mit den IT-Auszubildenden Johannes Friesleben, Daniel Quiring, Philipp Kuschel

Am Berufskolleg Lübbecke fand jetzt der erste „Arduino – LoRa Day“ mit den Fachinformatiker*innen Anwendungsentwicklung der Mittelstufe statt. Thomas Bohnenkamp, von der Netzgesellschaft Lübbecke, startete mit einer ausführlichen Einführung in das Thema LoRa-WAN. Unter Anleitung der beiden Fachlehrer Sebastian Hommel und Klaus-Dieter Nienstedt entwickelten die Schüler*innen einen Temperaturfühler, welcher die gemessenen Daten per LoRa-WAN auf einen Server der Netzgesellschaft Lübbecke überträgt, die Daten dort speichert und anhand eines eigen entwickelten Dashboards visualisiert.

Nach dem „Warm Up“ war die Kreativität der Schüler*innen gefragt. Es mussten alltagstaugliche Lösungen entworfen werden, die mit den zur Verfügung gestellten Mitteln, Sensoren und IoT-Plattform, umzusetzen waren. So entwickelte eine Gruppe eine Klimaüberwachung, welche Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit überwacht und signalisiert ob es regnet. Eine andere Gruppe realisierte eine Personenzählung, die die Anzahl der Personen im Klassenraum erfasst, während wieder andere sich auf die Überwachung des Geräuschpegels im Klassenraum konzentrierten.

Im Vordergrund v.l.n.r.: Klaus-Dieter Nienstedt und Sebastian Hommel (IT-Fachlehrer), Im Hintergrund v.l.n.r.: Dirk Kämper (IT-Bereichsleiter), Thomas Bohnenkamp (Netzgesellschaft Lübbecke), Moritz Ringhoff (IT-Bildungsgangkoordinator)

 

Im Anschluss waren sich alle Beteiligten einig und die IT-Auszubildende Lara Bierbaum brachte es auf den Punkt: „So ein Praxistag mit neuen Technologien und der Einbindung externer Partner ist für alle eine Bereicherung und sollte auf jeden Fall wiederholt werden!“ Auch Herr Bohnenkamp von der Netzgesellschaft Lübbecke war positiv überrascht. „Dass die Schüler*innen in kurzer Zeit so tolle Anwendungen mit unserer

LoRa-WAN-Plattform entwickeln, hätte ich nicht gedacht!“, fasste er abschließend zusammen.

Studierende des Berufskollegs Lübbecke präsentierten Projekte aus der sozialpädagogischen Praxis

Markt der Möglichkeiten am Schulort Espelkamp

Vielfältig ging es wieder bei den Projektpräsentationen der Studierenden im zweiten Ausbildungsjahr der Fachschule für Sozialpädagogik in Espelkamp zu. Sie präsentierten die Ergebnisse ihrer Projektarbeit, die sie in Kindertageseinrichtungen, Offenen Ganztagsschulen, Jugendbegegnungszentren oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe der Region durchgeführt haben. „Die Projektarbeit unterstützt individuelle Lernprozesse, bezieht alle Kinder und Jugendlichen aktiv ein und lässt sie durch eigenständiges Forschen und Handeln lernen. Aus diesem Grund ist die Projektpräsentation ein wichtiger Meilenstein der Ausbildung für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher und sorgt für den nötigen Praxisbezug“, stellte Susanne Walter, Bereichsleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik, einleitend in ihrer Begrüßung fest.

Die aufwendig gestalteten Stände spiegelten das breite Spektrum der Projekte wider. „Im Fokus der Projektarbeit steht der partizipative Grundgedanke. Ausgangspunkt aller Projekte waren die Ideen und Vorschläge der Kinder, die den Projektverlauf so weitestgehend mitbestimmt haben“, reflektierte Lorena Haupthoff aus der Klasse FSP 23A ihre Erfahrungen der letzten Wochen.

Am Präsentationstag konnten sich sowohl Besucherinnen und Besucher als auch Lernende aller Bildungsgänge umfassend informieren und einen Einblick in die Projektarbeit sowie viele Anregungen für die spätere pädagogische Arbeit erhalten: Von Tanz, Film, Kreativprojekten bis zu Experimenten im Rahmen der Natur- und Umweltbildung waren die Präsentationen vielfältig. Neben der fachlichen Vorstellung der Projekte kamen besonders die Mitmachaktionen bei den Besucherinnen und Besuchern gut an. So wurde Honig probiert, es wurden Kressetöpfe gepflanzt oder im Kreativworkshop Monotypien angefertigt. „Es ist beeindruckend, dass Kinder durch das selbstständige Forschen und Handeln in Projekten die Möglichkeit erhalten, die Welt in vollständigen Zusammenhängen zu begreifen“, fasste Ann-Christin Möller-Neumann aus der Klasse FSP 23B die Ergebnisse ihres Projekts zum Thema „Die Frühlingsbären – Mit allen Sinnen die Natur erforschen, wahrnehmen und untersuchen“ zusammen.

Die Projektwochen mit dem Präsentationstag sind ein fester Bestandteil der Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher und bieten eine zusätzliche Möglichkeit des ganzheitlichen Lernens mit unmittelbarem Praxisbezug. „Die Pandemie hat das Leben in den Kindertageseinrichtungen, in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Schule in letzter Zeit massiv eingeschränkt. Diese Ausstellung ist, was die engagierte Vorbereitung und die großartigen Ergebnisse angeht, das Beste, was ich seit langem in Schule gesehen habe!“, würdigte Bildungsgangleiterin Susanne Walter abschließend die kreative Arbeit der Studierenden.

Berufskolleg Lübbecke trägt Robotikwettbewerb zum Thema Recycling aus

Der zdi-Roboterwettbewerb in Nordrhein-Westfalen ist mit rund 1000 Teilnehmenden einer der größten LEGO-Roboterwettbewerbe auf europäischer Ebene. Umso mehr freute sich das Berufskolleg Lübbecke, Austragungsort des Lokalentscheids des zdi-Roboterwettbewerbs 2022 zu sein. Unter dem Motto „RE•use | RE•duce | RE•cycle – aus Alt mach Neu“ bearbeiteten die Teilnehmenden mithilfe ihrer Roboter Aufgaben zum Thema Kreislaufwirtschaft und Recycling, um sich für den Regionalausscheid in Paderborn zu qualifizieren.

Die Abkürzung „zdi“ bedeutet „Zukunft durch Innovation“ und zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu fördern. Dabei wird das zdi von externen Partnern unterstützt. So auch beim Lokalentscheid des Roboterwettbewerbs am Berufskolleg Lübbecke. Während das Bildungsbüro Minden-Lübbecke die Veranstaltung moderierte, stellte die WAGO GmbH & Co. KG die Preise zur Verfügung und ABB bildete das Schiedsrichterteam.

Auch die KreisAbfallVerwertungsGesellschaft (KAVG) ließ sich die Teilnahme am Lokalentscheid nicht nehmen. Deren Geschäftsführer Henning Schreiber betonte, dass die Kreislaufwirtschaft eines der wichtigsten Modelle für eine nachhaltige Zukunft sei, bei dem die vorhandenen Rohstoffe effizienter genutzt und Abfall minimiert werden solle.

Wir gratulieren den beiden Erstplatzierten „Team Söderblom“ vom Söderblom Gymnasium Espelkamp und „Rocket“ von der Stadtschule Lübbecke ganz herzlich zu ihrer Qualifikation für den Regionalausscheid in Paderborn.

 

Kandidaten des Wahlkreises 88 in Minden-Lübbecke stellten sich Schülerfragen

Speed Dating mit Politikern am Berufskolleg Lübbecke

Politiker einmal hautnah erleben und Stellungnahmen zu aktuellen Themen erhalten - diese Möglichkeit bot sich ausgewählten Klassen im Rahmen eines Speed Datings am Berufskolleg Lübbecke. Um den Lernenden die heimischen Kandidaten für die Landtagswahl vorzustellen, organisierte das Life House, das zum Verein für Jugend, Freizeit und Kultur JFK Stemwede e. V. gehört, das Speed Dating mit den Kandidaten der verschiedenen Parteien. Federführend für die Organisation war Lars Schulz, pädagogischer Leiter des Life House, der am Berufskolleg Lübbecke von den Lehrkräften der Fachschaft Politik Andrea Gürtler und Jan Steffen Bollmann unterstützt wurde.

Die Lernenden des Beruflichen Gymnasiums und der Höheren Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung sowie die angehenden Industriekaufleute, Maurer und Zimmerer bereiteten das Speed Dating zusammen mit ihren Fachlehrkräften im Unterricht vor. Jeder Kandidat hatte etwa zehn Minuten Zeit, sich vorzustellen und auf die Fragen der Lernenden einzugehen, bevor sie den Raum wechselten und sich den Fragen der nächsten Klasse stellten.

Während sich die Zimmerer dafür interessierten, wie die FDP – vertreten durch Daniela Beihl – die Attraktivität des Handwerks steigern möchte, stellten die Industriekaufleute Andreas Schröder (SPD) Fragen zum Kohleausstieg und zur Digitalisierung. Benjamin Rauer von den Grünen stand dem angehenden Maurer Jan Poppe Rede und Antwort zur Frage nach einer Corona-Impfpflicht. Der Wirtschaftsgymnasiast Ruben Ferreira Fernandes wollte von Dietrich Janzen (Bündnis C) wissen, ob er denn alle Religionen unterstütze, während Georg Hanna aus der Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung den AfD-Politiker Matthias Groh mit der Frage nach der steigenden Kriminalität konfrontierte. Die Lernenden scheuten sich auch nicht, persönliche Fragen zu stellen, sodass sich Bianca Winkelmann von der CDU fragen lassen musste, was sie denn bei sich zuhause für den Klimaschutz tue.

Das Speed Dating fand großen Anklang bei den teilnehmenden Klassen. Der angehende Industriekaufmann Daniel Fleischhauer González nahm am Speed Dating teil, weil ihn der Austausch über die verschiedenen Meinungen der Politiker interessierte. Außerdem wollte er sich eine Meinung über die verschiedenen Landtagskandidaten bilden. Durch das Speed Dating „wurde ich angeregt, mich jetzt im Nachhinein genauer zu informieren und konnte bereits jetzt einen besseren Eindruck über die einzelnen Kandidaten erhalten“, so der Auszubildende.

Das Berufskolleg Lübbecke dankt Lars Schulz vom Life House in Stemwede für die gute Zusammenarbeit sowie allen Kandidaten für ihre Teilnahme am Speed Dating.

Fachoberschule für Technik baute ihre erste CNC-Fräsmaschine im Projektunterricht „Industrie 4.0“

Wie auch schon in den vergangenen Jahren übten sich die angehenenden Absolventen der Fachoberschule für Technik nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis des Maschinenbaus im 3D-Druck-Labor des Berufskollegs Lübbecke am Schulstandort Espelkamp.

Betreut von den Lehrkräften Klaus-Dieter Nienstedt und Igor Durdin nahmen sich die Fachoberschüler vor, die MPCNC-Fräse (Mostly Printed CNC-Fräse) im Stil des Rapid Prototypings (dt. schneller Modellbau) nachzubauen. Das bedeutet, dass ausgehend von den Konstruktionsdaten Musterbauteile für diese Fräse mithilfe des 3D-Druckers hergestellt wurden. Mit 3D-Druckteilen, Edelstahlführungsrohren, Siebdruckplatten, Einschlaghülsen und Kugellagern entstand schließlich eine 3D-CNC-Fräse zur Holz- und Aluminiumbearbeitung.

Das Maschinenbett wurde sogar bereichsübergreifend konstruiert, das heißt, mit Unterstützung der „großen Schwester“, der CNC-Holz-Portalfräse, die sich am Schulstandort Lübbecke befindet. Lehrkraft Matthias Husemeyer führte die Lernenden dazu in die entsprechende Programmierung der Fräse ein.

Die transportable CNC-Fräse soll im Unterricht eingesetzt werden. So können kleine Konstruktionsentwürfe schnell getestet werden, da die Fräse über eine CAD-CAM-Schnittstelle der Firma Estlcam verfügt und mittels Laptop und Arduino-Controller - einem Mikrocomputer - gesteuert werden kann. Damit ist diese CNC-Fräse sozusagen ein zukunftsweisendes Projekt aus dem Bereich Industrie 4.0 mit vielen Erweiterungsoptionen. Wünschenswert wäre allerdings noch ein Staubsauger, wenn die Späne fliegen….

Die Fachoberschüler erkannten, dass sich auch angehende Maschinenbauingenieure der Elektronik und Steuerung nicht verschließen können und dürfen, wenn sie sich im Zeitalter der Industrie 4.0 und des IoT (Internet of Things) behaupten wollen. Schüler Samuel Littau ergänzte: „Toll, dass Sie das mit uns gemacht haben!“ Ein besonderer Dank gilt auch dem Förderverein des Berufskollegs Lübbecke, der das Projekt finanziell unterstützte.

Zum Bildungsgang:

Wenn du über die Fachoberschulreife (Realschulabschluss) verfügst, bereitet dich die Fachoberschule Technik Klasse 11 sehr gut auf eine anschließende Ausbildung in einem metalltechnischen Unternehmen vor. Hast du nach der Klasse 11 weiterhin Lust, das Berufskolleg zu besuchen, dann erreichst du nach der Klasse 12 die Fachhochschulreife und kannst anschließend studieren.

Mit der Fachoberschulreife (Realschulabschluss) und einer abgeschlossenen Ausbildung im Bereich der Metalltechnik wirst du sofort in die Klasse 12 aufgenommen. Dann benötigst du nur ein Schuljahr, um die Fachhochschulreife und damit die Qualifikation zum Studium zu erlangen.

Weitere Informationen zum Bildungsgang erhältst du von:

Jörg Rohlfing                                                        Heiko Weiß

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Tel.: 05772 911230                                                Tel.: 05772 911220