Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Cinéfête 2018

Seit dem Jahr 2000 tourt Cinéfête, das beliebte französische Kinofestival, durch die deutschen Programmkinos und erreicht mit seinen vielfältigen und sorgfältig ausgewählten Filmen inzwischen rund 100.000 Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen. Radikalisierung, Fragen zur Identität und des Erwachsenwerdens sowie Erinnerungskultur sind nur einige Akzentsetzungen der diesjährigen Reihe. Am Berufskolleg Lübbecke nahmen 20 Schülerinnen und Schüler aus der Höheren Handelsschulklasse HH19C teil und besuchten am 26. Juni die „Kamera“ in Bielefeld. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich vorab für den Film FRANTZ von François Ozon („8 Frauen“, „Jung und schön“) aus dem Jahr 2016 entschieden.

Diese deutsch-französische Koproduktion ist inhaltlich eng mit der französischen Geschichte verbunden, sie spielt Anfang des 20. Jahrhunderts, genauer gesagt im Deutschland des Jahres 1919. Dort trifft die junge Deutsche Anna (Paula Beer) den Franzosen Adrien (Pierre Niney). Beide trauern um ihren Freund Frantz, der im „Grande Guerre“ gefallen ist. Für Anna ist Frantz der verlorene Verlobte, für Adrien sein guter Freund. Die beiden Protagonisten nähern sich, verbunden durch ihre Trauer um Frantz, einander an. Doch Adrien verschweigt Anna etwas. Der Erste Weltkrieg bedeutete für die europäische Bevölkerung einen tiefen Einschnitt. François Ozon zeigt mit seinem Drama 100 Jahre später, welche schwerwiegenden Konsequenzen jeder Krieg auf die menschliche Seele und die Gesellschaft hat und stellt so aktuelle Zeitbezüge her.

Wie in den Jahren zuvor hatte das Team der „Kamera“ einen separaten Raum für die Schülergruppe des Berufskollegs Lübbecke reserviert, so dass einem Kinovergnügen in „gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre“ nichts im Wege stand. Die Schülerinnen und Schüler fanden den Film eindrucksvoll, er ließe die Zeit nach dem ersten Weltkrieg, der so tiefe Gräben zwischen Franzosen und Deutschen aufgerissen habe, lebendig werden. Besonders berührend war für einige dann das Ende, das die Protagonistin Anna allein vor einem Gemälde von Manet im Louvre zeigt. „Schade, wir hätten uns sehr ein Happy End mit ihr und dem attraktiven jungen Franzosen gewünscht!“, fanden zwei Schülerinnen.



Drucken