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Verkehrssicherheitstage am Berufskolleg Lübbecke

Erneut haben über 1.000 Schülerinnen und Schüler an drei Aktionstagen verschiedene Stationen auf dem Schulgelände besucht und einen bleibenden Eindruck behalten.

„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung“, sprach der letzte deutsche Kaiser und preußische König Wilhelm II. vor rund 100 Jahren – und hat damit ziemlich danebengelegen. Die überwiegende Zahl unserer Schülerinnen und Schüler ist motorisiert unterwegs und damit auch leider immer wieder in Verkehrsunfälle verwickelt. Dies war auch in diesem Jahr bei den Verkehrssicherheitstagen Anlass genug, auf die Gefahren hinzuweisen und durch die Darstellung und Schilderung der möglichen Folgen zu sensibilisieren.

Aufhänger und Blickfang für die Schülerinnen und Schüler war in diesem Jahr ein Pkw-Wrack, das die Polizeibeamten der Kreispolizeibehörde unter der Leitung von Klaus Torno zur Anschauung mitgebracht hatten. Den Schülergruppen wurde der Unfall des jungen Fahrers ausführlich geschildert und mit Fotos ergänzt, die auch zeigten, wie der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Straßenbaum schleuderte und dem Unfall erlag.

Ein zweites Unfallwrack wurde durch die Bundespolizei präsentiert, dies wies hiermit speziell auf die Gefahren von Bahnübergängen hin. Das zerstörte Unfallwrack ließ kaum eine Auskunft über den Hersteller oder Modell zu, da es von einem Zug etliche Meter mitgeschliffen wurde. Glücklicher Weise konnte die Fahrerin ihr Auto rechtzeitig verlassen.

Zwei weitere Stationen wurden von Lehrern des Berufskollegs geleitet. An der Station „Stabilisierung eines Unfallopfers“ wurde vom Lehrer und freiwilligen Feuerwehrmann Frank Hesse der Rautek-Griff gezeigt, ein spezieller Handgriff zum Bergen von Personen aus Gefahrenzonen. Ein extra vom Autohaus Seat-Schneider aus Lübbecke zur Verfügung gestellter Neuwagen, sodass im Eingangsbereich unter realen Bedingungen der Griff von den Schülerinnen und Schülern geübt werden konnte. Auch die „stabile Seitenlage“ wurde aufgefrischt und hierbei waren die Schüler erstaunt, dass sie diese erst vor kurzer Zeit im Rahmen der Führerscheinausbildung erworbene Fähigkeit schon gar nicht mehr problemlos ausführen konnten.

Auch der Lehrer der Kfz-Mechatroniker Andreas Hermjohannes ist bei der freiwilligen Feuerwehr. Er behandelte an seiner Station das Thema „Fahrsicherheit in Herbst und Winter“ und warnte vor immer wieder auftauchenden Gefahren in dieser Jahreszeit wie Wildwechsel, plötzlich auftretende Straßenglätte. Ebenso ging er auf die Winterreifenpflicht ein. Bei diesen Stationen waren die Schülerinnen und Schüler der Klasse AF20A, die ihre Ausbildung zum Automatenfachmann/-frau mit der Fachrichtung Automatenmechatronik am Berufskolleg im Blockunterricht absolvieren, besonders aufmerksam. Melissa Taubert kommentierten das Erlebte mit den Worten „Den Rettungsgriff hatte ich schon wieder vergessen. Als Herr Hesse ihn vorgeführt hat, kam die Erinnerung zurück, dabei ist es noch nicht lange her!“ André Zöpel bemerkte „Da kann man jedem nur raten, diese lebensrettenden Griffe bei jeder Gelegenheit zu wiederholen!“

Zum Abschluss jedes Aktionstages trafen sich alle Schülerinnen und Schüler zum Crash Kurs NRW. Insgesamt haben über 1.000 Schülerinnen und Schüler in der Stadthalle und im Multifunktionsraum des Berufskollegs teilgenommen. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler Erlebnisse aus erster Hand von einem realen Einsatz eines Feuerwehrmanns: Neben Details, die die Probleme der Feuerwehr zur Befreiung eines Verletzen deutlich machten, wurde auch die Betroffenheit der beteiligten Feuerwehrleute ausführlich geschildert. Ein Polizist ging auf einen Verkehrsunfall ein. Auch hier erzeugten die dargestellten Details über den Unfallhergang große Betroffenheit bei den jungen Zuhörern. Ein Notfallseelsorger berichtete aus erster Hand über psychischen Folgen für den Unfallfahrer und das Unfallopfer bei einem von ihm betreuten Unfall. Die Sichtweise der Notärztin, der die klaren Fakten eines Unfalls wiederspiegelte, zu dem sie gerufen wurde, war durch den persönlichen Aufruf geprägt, dass die Schülerinnen und Schülern vorsichtig fahren mögen, um einen solchen Unfall nicht erleben zu müssen.

Bleibt zu hoffen, dass die gute Zusammenarbeit von Kreispolizeibehörde, Bundespolizei und Berufskolleg an den Sicherheitstagen in den Köpfen der Schülerinnen und Schülern etwas bewirkt hat und für weniger Unfälle auf den Straßen im Landkreis Minden-Lübbecke sorgt.

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