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Digital Natives gehen am Berufskolleg Lübbecke andere Wege

Im Rahmen der Initiative „Berufsbildung 4.0“ des Bundesinstituts für Berufsbildung hat das Berufskolleg Lübbecke ein Netzwerk zur Umsetzung der digitalen Bildung entwickelt, um Schüler anhand von Lernsituationen auf die Herausforderungen des technischen Fortschritts vorzubereiten. Eine dieser Lernsituationen ist ein digitales Kooperationsprojekt zwischen der Laptopklasse in der Unterstufe der Höheren Handelsschule am Berufskolleg Lübbecke und der Mittelstufenklasse der Gestaltungstechnischen Assistenten (Produktdesign) am Berufskolleg Senne.

Es ist Dienstagmorgen 8 Uhr. Beide Klassen sitzen viele Kilometer entfernt voneinander in ihren Klassenzimmern. Doch dank Skype sind sie heute virtuell miteinander verbunden. Im Klassenraum der Laptopklasse der Höheren Handelsschule begrüßt Dirk Kämper, Koordinator für digitale Bildung am Berufskolleg Lübbecke, die Gestaltungstechnischen Assistenten des Berufskollegs Senne mit ihrem Bereichsleiter für Medien und EDV, Hermann Eckseler, die ihm per Videokonferenz zugeschaltet sind. In der Kick-off-Veranstaltung mimt Dirk Kämper den Unternehmer der Bürostuhl 365 GmbH und erteilt beiden Klassen den Auftrag, einen Bürostuhl der Zukunft auf den Markt zu bringen.

Unter der Leitung von Nicole Nolte, Fachlehrerin für Informationswirtschaft, werden die Schüler der Höheren Handelsschule ein Briefing für die Gestaltungstechnischen Assistenten mit den Anforderungen an einen Bürostuhl anfertigen und ihnen über die Lernplattform Moodle zur Verfügung stellen. Daraufhin werden drei Gruppen am Berufskolleg Senne jeweils einen Bürostuhl konstruieren sowie Modellzeichnungen, Stücklisten und eine entsprechende Präsentation zur Entscheidungsfindung vorbereiten. „Die Konkurrenz schläft auch in der Wirtschaft nicht“, so Nicole Nolte. Deshalb sei es wichtig, dass drei Bürostühle konstruiert würden. Die Lübbecker Schüler werden anhand der Konstruktionszeichnungen und Stücklisten die Kosten kalkulieren und die Präsentation entsprechend ergänzen. Im April werden sich beide Klassen nicht mehr virtuell, sondern ganz real am Berufskolleg Lübbecke treffen, um ihre Gruppenergebnisse zu präsentieren und sich für einen Bürostuhl zu entscheiden.

Es brauche Vorsprungswissen, um in der Wirtschaft führend zu sein, so Dirk Kämper. Dabei sei Vernetzung der Schlüssel zum Erfolg, sodass Kommunikation eine zentrale Bedeutung erhalte. Für die Schüler aus Lübbecke und Senne ist dieses Projekt deshalb genau das Richtige. Sie gehören zu den Digital Natives, einer Generation, die bereits mit digitalen Medien aufgewachsen und daher sehr technologieaffin ist.

Ruben Riesen und Michelle Wolf aus der Höheren Handelsschule freuen sich schon auf die Umsetzung des Projekts, da es frischen Wind in den Unterrichtsalltag bringe und realitätsnah sei. Ihr Mitschüler Bennet Rileit betont, dass er jetzt sein gelerntes Wissen anwenden könne, während sich seine Mitschülerin Alice Dück auf „neue Erfahrungen“ freut. Der Lübbecker Schüler Lennart Schlegel findet das Projekt sehr interessant: „Sowas hab´ ich noch nie gehört.“ Auch Dirk Kämper betont den Leuchtturmcharakter dieses Projektes, das es bisher noch nicht am Berufskolleg Lübbecke gab.

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