Im Kleinen das Große entdecken

Vernissage des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit und Soziales

Wie man kleine Projekte, durchgeführt in Kindertagesstätten oder Jugendhilfeeinrichtungen, mit relevanten gesellschaftspolitischen Themen in Verbindung bringen kann, das haben die 22 angehenden Abiturientinnen und Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit und Soziales nun in einer Vernissage eindrucksvoll dargestellt.

Bei seiner Begrüßung stellte Schulleiter Stefan Becker die hohe Bedeutung der Verzahnung von Theorie, die im Unterricht erworben wird, und Praxis, die in dem sechswöchigen Praktikum in den Einrichtungen umgesetzt wurde, heraus. „Es ist wichtig, dass Ihre Projekte auch bei den Kindern und Jugendlichen ankommen“, nahm er den Faden auf.

Bereichsleiterin Susanne Walter hob den partizipativen Anteil der Kinder und Jugendlichen bei der Ideenfindung und Umsetzung bei den Projekten hervor, denn dieser sei sehr wichtig, aber eben auch anstrengend. „Partizipation gehört dazu, wenn man zu demokratischem Handeln erziehen möchte“, gab sie den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg und lud anschließend die Besucherinnen und Besucher ein: „Gucken Sie, staunen Sie.“

Und zu Staunen gab es in der Vernissage wirklich viel. Die mit viel Liebe zum Detail erstellten Stationen reichten von der Thematik Müllvermeidung über Mobilität der Zukunft bis zu Tierschutz, Individualismus und verschiedenen Naturräumen.

Das man aus Müll schöne Basteleien anfertigen und somit ein Upcycling vornehmen kann, zeigte die Schülerin Juliane bei der Vorstellung ihres Projekts. Beim Anfertigen von Karl, dem Bechermännchen, hatten sicherlich alle Kinder Spaß.

Den Bereich Verkehr hatte Sina aus der Jahrgangsstufe 13 ganz vielfältig mit den KITA-Kindern erforscht. Da wurden Bücher mit Fahrzeugen betrachtet, unterschiedlichste Fortbewegungsmittel gebastelt und mittels eines gemeinsam aufgebauten Parcours Verkehrserziehung durchgeführt. Dabei war die mitgebrachte Ampel natürlich das Highlight: „Nicht bei Rot fahren!“, diesen Satz habe sie sehr häufig gehört, erzählt die Schülerin mit einem Lachen. Im Anschluss habe sie aber dann weitergedacht und sich gefragt, wie denn in Zukunft eine Beförderung von Personen und Gütern durchgeführt werden könne. Dabei sei sie unter anderem auf Shared Mobility, Hyperloops und Flugtaxis gestoßen.

Thalia hatte sich in ihrem Projekt in einer Kindertagesstätte mit dem Thema Insekten beschäftigt und für die Vernissage mit ihrer Gruppe künstlerisch sehr gelungen gegenübergestellt, wie eine Welt ohne und eine Welt mit Insekten aussehen würde.

 

Begeistert von seinen Erlebnissen in einer Wohngruppe berichtet Sascha von dem Lagerfeuer, welches er mit den Jugendlichen durchführte. „Dazu gab es Stockbrot und alle haben sich an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt, ob nun beim Stöcke schnitzen oder beim Teig vorbereiten. Das war ein richtiges Gemeinschaftserlebnis.“

Gleich den kompletten Musikraum in eine Naturoase verwandelt hatten die Schülerinnen Amy, Zeynep, Lara, Nele und Pia. Ein aufgebaute Barfußpfad, ein Tippi aus Holz, selbsterstellte Windspiele und vieles mehr ließen die Besucherinnen und Besucher direkt in einen Wald eintauchen. Die Schülerinnen berichteten motiviert von ihren Projekten, von denen sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch sie selbst vieles mitgenommen hätten. „Das Strahlen und die Freude der Kinder sind mir intensiv in Erinnerung geblieben“, berichtet Pia abschließend immer noch gerührt.

„Da haben Sie sich wirklich engagiert und eine eindrucksvolle Vernissage vorbereitet“, lobte Stefan Becker die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten und bedankte sich bei allen Beteiligten.